3. März 2014

Un rendez-vous avec Monsieur Langenscheidt




Fremdsprachen lernen ist mir immer leicht gefallen. Nicht so leicht wie meinem jüngeren Bruder, mit dem ich jetzt ein bisschen viel angeben muss. Er spricht Englisch, Spanisch, Französisch fließend, sehr passabel Ungarisch und auch noch etwas Polnisch. Arabisch hat er neulich auch noch gelernt, just for fun in seiner knapp bemessen Freizeit. *Strunzmodus aus*

In der Schule waren Englisch und Französisch neben Deutsch und Kunst meine Lieblingsfächer. Auf einem Elternsprechtag meinte meine Französischlehrerin Frau S. zu meiner Mutter, ich müsse unbedingt nach dem Abi denselben Job ergreifen wie sie. Mein Mathematiklehrer hingegen war der Ansicht, dass selbst Nachhilfestunden vergebene Liebesmüh seien.

Frau S. würde sich im Grab herumdrehen, wenn sie wüsste, dass sich meine Französisch-kenntnisse auf einen kläglichen rudimentären Rest reduziert haben. Frau S. lebt allerdings noch und zwar in Südafrika.

Eine Sprache lebt nur, wenn sie gesprochen wird. Ich habe mich nach dem Abitur auf Englisch, das ich täglich benötige, und Spanisch konzentriert. Die französischen Vokabeln gerieten mehr und mehr in Vergessenheit. Ebenso wie Madame Leroc.
"Où est Madame Leroc? Elle est dans la salle de séjour? Non. Est dans le bain? Mais non. Elle est dans le jardin avec Monique et le chien."

Ich bekam von meinem Abiturzeugnis nur eine Kopie, weil ich versäumt hatte, mein Franzö-sischbuch aus dem 7. Schuljahr abzugeben. Dies musste ich tatsächlich kaufen, erst dann gab es das Originalzeugnis als Dankeschön.

Wie kam ich jetzt darauf? Ach so, ich lerne jetzt Französisch. Und verbitte mir sogleich eine Bemerkung einiger Zotisten unter Ihnen bezüglich irgendwelcher Praktiken. Es handelt sich um eine Auffrischung meiner Sprachkenntnisse. Im Sommer - wenn es denn einen gibt - fahre ich nach Frankreich. Bekanntermaßen sprechen die Einheimischen ungern andere Sprachen als Französisch. Da möchte man ja nicht als Volldepp, als triple idiot da stehen. In der Buchhandlung meines Vertrauens gab es diesen Audio-Crash-Kurs mit Lernheft und Verständnisübungen der Firma Langenscheidt. Französisch lernen in 30 Tagen.

Die erste Übung war kitzibabyleicht. Ich habe verstanden, dass Pierre und seine Cousine Nina sich auf dem Bahnhof von Grenoble treffen. Die Zugfahrt von Köln aus hat neun Stunden gedauert. Oui, c´est vrai. Pauline, Pierres Freundin wartet zu Hause und freut sich schon, Ninas connaissance zu machen.

Wissen Sie, ich habe nicht vor, große politische oder philosophische Diskussionen mit den Bretonen zu führen. Ich benötige lediglich ein paar sinnvolle Vokabeln für Alltägliches:

Einkaufen
Nach dem Weg fragen
Wein bestellen
Das Wetter loben (hoffentlich)
Der Polizei den Wagen als gestohlen melden (hoffentlich nicht)
Der Kellnerin sagen, dass das Essen vorzüglich war
Dem Tankwart sagen, dass ich zwar eine starke Freundschaft für ihn empfinde, aber dass sich die Liebe nicht befehlen lässt.

So was eben.

Nach der Frankreichreise erzähle ich Ihnen, ob "Französisch in 30 Tagen" etwas taugt. Das mache ich avec plasir. Oui, c´est vrai.

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