22. November 2016

Follow you, follow me

Es ist gar nicht so einfach, Menschen für seinen Schreibblog zu begeistern. Oder sie sind begeistert, geben ihrer Begeisterung aber keinen Ausdruck.
Eventuell mündlich in einem persönlichen Gespräch, worüber ich mich sehr freue.
Oder durch einen Facebook-Kommentar, jedoch selten im Blog direkt. Dabei würde mich das noch mehr motivieren und die ganze Chose beleben. Genau wie viele Follower.

Es wäre ein Leichtes, viele Leser zu bekommen, vor allem männliche, wenn ich einfach den privaten Emailaustausch mit meiner ebenfalls bloggenden Freundin Pia Ersfeld veröffentlichen würde. Dies erlaube ich mir aber nicht.
Daten- und Jugendschutz, Sie verstehen. ;-)
Die Eltern lesen mit.
Hallo, Mama.

Um noch einmal auf die Follower zurück zu kommen, zitiere ich hier doch kurz meine liebe Freundin Pia in einer Mail von neulich:

Liebes, genieße gerade Deine schönen neusten Geschichten. Da fiel mein Blick auf Dein Google-Follower-Dingens. Sag mal, hast Du mal irgendwann ein Nacktfoto gepostet oder warum sind da fast nur Männer? ;-) Die Frau Meyer, hihi.

Oh.

Da musste ich doch einmal nachsehen, und tatsächlich: Nur Herren. Ein paar bekannte und von mir sehr geschätzte Jungs, die ich persönlich kenne, aber auch sehr viele mit englischen Namen. William, John, Henry, Godwin.
Ich gucke mir auf blogger.com die Publikumsstatistik an, also die Länder, aus denen auf meinen Blog zugegriffen wird.

Das Ergebnis ist erstaunlich.


Zunächst dachte ich, dass vielleicht das eine oder andere Goethe-Institut anhand meines im *räusper* einwandfreien Deutsch formulierten Blogs meine Muttersprache erlernt. Oder dass sich die Männer, die sich auf Google + in Soldatenuniformen präsentieren, an ihrem Einsatzort langweilen und meine Geschichten zum Zeit- vertreib lesen.

Nennen Sie mich naiv.

Mein Bruder fragte mich, ob ich schon mal was von Love Scamming oder Romance Scamming gehört hätte.
Hatte ich, doch was sollte das mit mir zu tun haben?
Nun gut, ich habe in meinen Blog kein Geheimnis daraus gemacht, dass ich Single bin. Und über Facebook hatte ich merkwürdige Freundschaftsanfragen von Männern mit englischen Männernamen in Uniformen oder mit Kindern auf dem Profilbild erhalten.

Zufällig liefen in den letzten Wochen und Monaten TV-Berichte wie Um Geld und Gefühle betrogen im ZDF oder in der Aktenzeichen XY-Sondersendung zum Thema Betrug, in der von einer Frau berichtet wurde, die letzten Endes 100.000 Euro an eine ihr unbekannte männliche Bekanntschaft überwiesen hat. Ich gebe zu, dass ich in dem einen oder anderen Fall ehrlich dachte: "Wie kann man nur so blöd sein?", die Methoden der Love bzw Romance Scammer sind aber offenbar extrem perfide.

Organisierte westafrikanische Banden ("Nigeria-Connection") kontaktieren mit Fake-Accounts und geklauten Fotos einsame und bindungswillige Frauen über Facebook oder Singlebörsen. Und weil wir Frauen nach längerer emotionaler und körperlicher Durststrecke empfänglich für Komplimente von smarten Herren sind, läuft das miese Geschäft so gut.

Auch das Netz ist voll von traurigen Geschichten und Artikeln, die vor den sogenannten Scammern warnen, ich verweise hier sehr gern auf den Link der Polizeiberatung.

Ebenfalls sehr lesenswert ist der Blog zu diesem Thema von der freien Kommunikationsdesignerin und Texterin Victoria Schwartz, die ebenfalls Opfer eines Romance Scammers wurde und nun anderen Opfern beratend zur Seite steht.

Ich werde sicher einige Follower verlieren, wenn ich sage, dass es bei mir absolut gar nix zu holen gibt. Weder Geld, noch mein Herz.

Dear William, dear John, dear Henry, dear Godwin, dear whoever,

I am sorry to say that there is no money I could send you.
Do not even dare to ask me!
I hope and I am sure that every fake account creator and user will be punished somehow someday.

Or to say it in German


Über Follower, die meine Geschichten schätzen und kommentieren, freue ich mich weiterhin.

Siehe oben.
:-)

















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