1. März 2014

Krrrrrrrk






In mir singt es noch. Kennen Sie dieses innere Singen am the day after, wenn Sie auf einem Volksfest volksverdummende Lieder mehrfach gehört und - ja, zugegeben - auch laut mitgesungen haben?

Ich höre die Melodien während des Schlafes in meinem Unterbewusstsein und auch heute, einen Tag nach Altweiber, kehrt sich das rote Pferd in meinem Kopf um. Die Ruse sind immer noch ruut und der Stern, der DEINEN Namen trägt, hoch am Himmelszelt, wird fortwährend verschenkt.

Ansonsten ist alles okay mit meinem Kopf. Bei diesem genialen Wetterchen habe ich draußen gefeiert, an der frischen Luft, mit Tausenden anderen. Die ganz jungen Jecken lagen zum Teil schon im Rinnstein, als meine Kollegen und ich gegen 14 Uhr ins Städtchen gingen. Krankenschwesterlolitas, denen ich mit der Stimme meiner Mutter zurufen wollte "Du erkältest dir die Blase, Kind!" Selbstgemixte Alkopops in den Plastikflaschen führen unweigerlich zum Pupillenstillstand.

Dieses Jahr herrschte in der Düsseldorfer Altstadt Glasverbot. Patrouillen des Ordnungs-

amtes ermahnten Echtglasbenutzer freundlich und baten außerdem einen mir bekannten Wildpinkler um 35 Euro. Er wird NIE WIEDER in Düsseldorf feiern. NIE WIEDER. Vor 2 Jahren hatten sie ihm eine Gebühr in selbiger Höhe für das Überschreiten einer roten Ampel in einer kleinen Seitenstraße der Kö abgeknöpft. NIE WIEDER. Ich weiß jetzt schon, mit wem ich nächstes Jahr schunkelnd vor dem Uerige stehe. ;-)

Die Sterne funkele, mir Düsseldorfer schunkele.
Heut ist uns alles ejal, mir fiere Karneval.


Aaaaarrrgh. Das ist es schon wieder, das innere Singen. Warum habe ich ausgerechnet Ohrwürmer von den Stimmungshits, die ich gar nicht hören will! Er gehört zu mir musste ich mir schöntanzen (danke, Guido). Und ich will auch keine Eisbären sehen, da können die anderen Jecken rufen wie sie wollen.

Die schönste Stimmung erlebte ich gestern vorm "Uerige" mit Blick auf die untergehende Sonne über dem Rhein. Allenfalls angeheiterte Menschen, keine sturzbesoffenen Grobiane wie auf der Bolkerstraße. Auch mal was Englisches zwischen all der Schunkelmusik. Das 26jährige männliche Rotkäppchen aus Dortmund, das zum ersten Mal zum Karnevalfeiern an den Rhein gekommen ist, war absolut begeistert. Das mit dem Flirten müsse er noch lernen, sein Kumpel wäre darin besser. Auf dererlei Provokationen ließ ich mich selbst- verständlich nicht ein und wurde von Judi untergehakt. Ja, sind wir im Wald hier?

Es ist ganz nützlich, wenn man vor dem "Uerige" feiert und das leckere Dröpke gar nicht gern mag. Dann trinkt man nur drei davon und hat am nächsten Morgen keine Kopfschmer- zen und kann unzusammenhängendes Zeugs für Opinio schreiben.

Nur dieses innere Singen, das geht nicht weg.
Wer hat mir die Rose auf den Hintern tätowiert?

Und Krrrrrrrk ist wirklich keine kroatische Insel, sondern das Geräusch, das es macht, wenn man gegen 20 Uhr in der Altstadt auf Berge von Plastikbechern tritt.



Text von 2011

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen