16. Februar 2014

Ho Chi Minh

Wenn alles gut geht, fliege ich im April nach Vietnam. Ich habe mich für ein Far East Seminar für Touristiker angemeldet und erhoffe mir eine Art „Eat, Pray, Love“ in 11 Tagen. Hanoi, Halong-Bucht, Hoi An, Mekongdelta, Saigon. Saigon heißt seit 1976 Ho-Chi-Minh-Stadt, benannt nach dem vietnamesischen Revolutionär. So steht es im Reiseführer, aber ich habe das schon vorher gewusst.

Ich lese „Ho Chi Minh“ und denke an meinen Vater. Der heißt Hermann und ist in einem Ort im Hochsauerland aufgewachsen, der traditionell konservativ wählt. Eine Diaspora für die SPD, dafür aber einige Autos mit FSJ-Aufklebern, als Sympathiebekundung für Franz-Josef-Strauß, den Vorsitzenden der CSU. Mein Vater wählte FDP, die „radikale Mitte“, wie er selbst befand. Damals konnte man noch FDP wählen, da hieß der Vorsitzende Hans Dietrich Genscher.

Mein Vater hatte einige Freude daran, mir, dem vorwitzigen dreijährigen Töchterchen, einigen Blödsinn beizubringen. So hatte er es hinbekommen, dass ich auf die Frage „Wer sind die drei wichtigsten Männer der Welt?“ wie folgt zu antworten:

„Ho Schi Min, Mao Tetung und Willy Band.“

Obwohl ich Probleme mit aufeinanderfolgenden Konsonanten hatte, wurde ich verstanden und sorgte für viel Heiterkeit im Bekanntenkreis meiner Eltern. Damals habe ich nicht verstanden, warum. Und ich habe überlegt, welche Persönlichkeiten mein Vater heute in denselben Gag einbauen würde.

Ich überlege immer noch.
Es fällt mir niemand ein.


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