Kommunikation zwischen Mann und Frau - ist sie nicht das Spannendste, was es gibt, das Salz in der Suppe des Lebens?
Ich persönlich denke, ich könnte gut auf Männer verzichten, wenn die Erotik und die Dialoge nicht wären. Hier ein Beispiel:
Mann, im folgenden M genannt, erzählt von seinem Job als Lehrer.
M: Und da schlägt die Erzieherin mir doch glatt vor, dass wir in unserer Freizeit gemeinsam Freiarbeitsmaterialien basteln könnten!
Frau, im folgenden F genannt, kennt sich nicht aus.
F: Was sind denn Freiarbeitsmaterialien? Was ist überhaupt Freiarbeit?
M: Freiarbeit ist fester Bestandteil des Wochenplans. Die Schüler haben für die Woche bestimmte Aufgaben zu erledigen und nutzen dazu gewisse Materialien, Klammerkarten, Rechtschreibkartei oder den LÜK-Kasten. Mit dem LÜK-Kasten können sie zum Beispiel den Zahlenraum von 1 bis 20 lernen. Für eine erledigte Aufgabe gibt es einen Stempel, für alle Übungen im Wochenplan einen Extrastempel und für 5 erledigte Wochenpläne einen Superextrastempel.
F: LÜK-Kasten kenne ich noch. Mini-LÜK, damit haben die Legastheniker aus unserer Klasse gelernt. Das fand ich super. Ich will auch einen LÜK-Kasten! (Frau imaginiert einen muskulösen Mann im weißen T-Shirt, auf dem der Name Luc Kasten steht und grinst in sich hinein.) Was bedeutet denn der Superextrastempel?
M: Für den Superextrastempel kriegen die Kinder mal hausaufgabenfrei oder so.
F: Welchen Sinn hat denn überhaupt diese Freiarbeit?
M: Die soll Selbstständigkeit bei den Schülern provozieren. Montessori, weißte?
F: Aha. (Für Frau klingt das eher nach Entspannungsphase für die Lehrkraft) Wir könnten ja mal ein Stempelheft für dich einrichten. Müll runtertragen - 1 Stempel. Staub wischen - 1 Stempel. Kochen - 1 Stempel. Nackenmassage - 1 Stempel plus Glitzisternchen. Und wenn du den Superextrastempel bekommst, denke ich mir was Nettes für dich aus.
Mann grummelt Unverständliches.
Im TV erscheint Claudia Kleinert, die das Wetter ansagt. Mann verzieht das Gesicht und sagt so was wie uuäh.
F: Wieso? Die sieht doch toll aus. Findste die nicht gut? Guck mal das Kleid und wie schön dünn die ist.
M: Die ist gar nicht dünn. Die hat ungefähr deine Figur.
F: Na, danke schön. Ich wollte mich sowieso bei den Weight Watchers anmelden.
M: Äh, so meinte ich das nicht. Du weißt doch, wie ich das meine.
Frau denkt wieder sehr stark an Luc Kasten und blättert in der Rheinischen Post. Sie liest, dass Sean Connery 80 Jahre alt wird.
F: Nun guck mal, Sean Connery wird 80. Was für ein Mann, sieht der nicht toll aus?? Nu sach ma. Der wird doch mit jedem Jahr attraktiver!
M: Ja. Sean Connery wird aber bestimmt nicht in seiner Freizeit Freiarbeitsmaterialien basteln.
F: Höchstwahrscheinlich nicht.
Mann und Frau lachen. Frau bittet Mann für den morgigen Tag um das Einkaufen diverser Lebensmittel.
So ein Superextrastempel muss sich schließlich verdient werden.
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8. März 2014
24. Februar 2014
Bin ich Apfelrotkohl?
An Sonntagvormittagen liegen wir oft im
Bett, trinken einen Kaffee und blättern in Zeitungen und
Zeitschriften. Mein Freund liest die Rheinische Post oder Die Zeit. Wenn er dazu kommt. Ich quatsche ihm nämlich ziemlich häufig rein. „Das
ist doch unfassbar!“, entrüste ich mich. „Das kann doch nicht
wahr sein!“ „Guck mal, das sieht aber schön aus.“ Er muss dann
natürlich nach dem Grund meiner Aufregung fragen und kann selber
nicht weiter lesen. Der Arme.
Letzten Sonntag blättere ich in der
Brigitte. „Guck mal, das hier hört sich aber lecker an: Ofenzander
mit Fenchel und Granatapfel-Basmatireis.“ Er denkt kurz nach.
„Granatapfelkerne sind schwierig.“
Was das Thema Essen angeht, ist er eher einspurig unterwegs.
„Granatapfelkerne bleiben einem immer so in den Zähnen hängen.“
Was das Thema Essen angeht, ist er eher einspurig unterwegs.
„Granatapfelkerne bleiben einem immer so in den Zähnen hängen.“
„Nur, wenn man Jürgen Vogel heißt.
Wo sollen die denn bei dir hängen bleiben? Ich finde, das klingt
lecker!“
„Na, ich weiß nicht.“
„Dann gefällt dir dieses Gericht
bestimmt.: Rehfilet auf Birnenrotkohl.“
„Was ist denn Birnenrotkohl?“,
brummt der Zeit-Leser.
„Rotkohl mit Birnen statt mit
Äpfeln?“
„Ich mag Apfelrotkohl. Da weiß ich,
wie der mir schmeckt. Birnenrotkohl ist wieder so ein Experiment. Ein
erwartungswidriges Gericht.“
Erwartungswidrig fällt sehr oft im
Zusammenhang mit dem, was ich koche.
So langsam kocht etwas in mir.
Er raschelt wieder mit der Zeitung und nach
einer Weile blicke ich ihn von der Seite an und frage:
„Bin ich Apfelrotkohl?“
„Hä?“
„Bin ich Apfelrotkohl für dich?“
„Was meinst du mit´Bin ich
Apfelrotkohl für dich?´“
„Ob ich bei dir den Stand von
Apfelrotkohl habe? Ob du denkst: Alles okay so weit. Mit der Frau
kann man nichts falsch machen. Da kommt nichts Erwartungswidriges.
Bin ich Apfelrotkohl?“
Mein Bettnachbar starrt intensiv in seine Zeitungen und murmelt etwas Unverständliches. Er ist klug und weiß, dass er bei
dieser Diskussion nur verlieren kann.
Mein Blutdruck steigt nämlich ein bisschen:
Mein Blutdruck steigt nämlich ein bisschen:
„Wer will denn Apfelrotkohl sein? Also bitte! Welche Frau will Apfelrotkohl sein? Mindestens Birnenrotkohl! Oder besser noch: Granatapfel-Basmati-Reis!
„Aber ich mag Apfelrotkohl nun mal am
liebsten Was soll denn der Quatsch?.“
Ich
schweige. Kurz. Da fällt mein Blick auf einen knallroten Trenchcoat. Seit Jahren bin ich auf der Suche nach einem knallroten
einreihigen Trenchcoat.
„Guck
mal, der Trenchcoat hier. So einen suche ich schon seit Jahren."
„In
rot? Warum denn rot? Sind Trenchcoats normalerweise nicht
sandfarben?"
"Rote Trenchcoats sind wenigstens kein Apfelrotkohl!"
Wir schauen uns an und mein Freund konstatiert:
"Gut, dass uns keiner zuhört."
"Gut, dass uns keiner zuhört."
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