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29. Dezember 2014

Nee, wat ham wer gelacht


Sonntags gehe ich oft schwimmen, der Schulter wegen. Ich bin inzwischen ein wenig süchtig nach der Bewegung im Wasser und nach Chlor.

Mein Verstand sagt mir, dass Sonntag ein Wochentag ist, an dem nicht nur ich frei habe, also darf ich mich nicht wundern, wenn ich nicht störungsfrei meine Bahnen ziehen kann. Die Hoffnung gebe ich allerdings nicht auf und bleibe gleichzeitig flexibel. Wenn das Schwimmerbecken voll ist (und das ist es eigentlich immer), dann schwimme ich eben quer im Nichtschwimmer- becken. Lieber häufiger wenden als nach zwei Metern die Schwimmbewe- gung unterbrechen und zickzack um die Wie-war-der-Urlaub-und-wie-machst-du-Kartoffelsalat-Kommunikationsgruppen herumschwimmen.

Der Schwimmerin größtes Glück: Ein fast leerer Pool mit Fußballfeldausmaßen

Bevor die Papis mit den Kindern kommen (Mami liegt a) noch im Bett oder b) auf irgendeiner Hantelbank im Fitness-Studio), ziehe ich meine kurzen Bahnen. Wenn man mich lässt. Gestern ließ man mich nicht. Gestern waren die "zwei lustigen Arschbomben" da, denen ich schon einmal begegnet bin.

Die zwei lustigen Arschbomben sind Paar. Oder werden noch eines.
Jedenfalls ist er sehr bemüht, sie zum Lachen zu bringen.

Sie ist sehr, sehr übergewichtig und paddelt ein wenig im Nichtschwimmer und zwar quer durch "meine" Bahn. Ist nicht schlimm, das kenne ich schon von anderen Mitschwimmern.

Er ist sportlicher als sie und schwimmt mit Brille mal im Schwimmerbereich und mal kreuz und quer durch den Nichtschwimmerbereich. So als wäre er ganz allein auf der Welt. Mit ihr. 

Er macht den Godzilla und geht mit langsamen bedrohlichen Schritten und lautem Grunzen durch das hüfttiefe Nass auf sie zu. Sie lacht. Sie lacht sehr laut.

Hihihihi.
Hehehehe.
Höhöhöhööö.

Beömmelt sich bis zum Gehtnichtmehr, was ihn zu mehr anfeuert. 
Nun wirft er sich wie ein aufsteigender Grauwal vor der südafrikanischen Küste (hab ich mal gesehen, deswegen passt der Vergleich hundertprozentig) schräg nach hinten in das Nichtschwimmerbecken und platscht fünf Zentimeter mit einem lauten kawumm vor meiner Nase ins Wasser.

Hihihihi
Hehehehe
Höhöhöhööö.

Normalerweise übersieht man mich nicht so leicht. Ich bin 1,75 m groß. 
Aber im Wasser und so ganz ohne neonfarbenen Badeanzug und Stoffblumenbadehaube bin ich quasi unsichtbar.

Der lustige Mann redet ohne Unterlass und macht noch einmal den Godzilla. 

Ich gucke, ob am Beckenrand Kameras stehen und hier eine neue Folge von Schwiegertochter gesucht gedreht wird. Nein, hier finden keine Dreharbeiten statt.

Als ihm dann langsam die Puste ausgeht,  fragt er sie (ich weiß immer noch nicht, ob die ein Paar sind, sie berühren sich nicht), wann sie wieder arbeiten muss.

Sie stöhnt: "Am 02.01."

Er: "Wenn du nicht wieder krank wirst. Ganz plötzlich. Hehe. Du hast in diesem Jahr ja höchstens zehn Tage gearbeitet." 

Der Mann mit Schwimmbrille hüpft wie ein Flummi mit ADHS durch das Becken, wieder knapp neben mir, der Unsichtbaren, her und ruft fröhlich und laut: "AOK. AOK. AOK. AOK. AOK. AOK. AOK."

Und sie wieder:

Hihihihi.
Hehehehe.
Höhöhöhööö.

Nee, wat ham wer gelacht.

Ich möchte beide döppen.
Bis keine Blasen mehr aufsteigen.

Dabei habe ich mir vorgenommen, mich nicht mehr aufzuregen, mich stattdessen auf mich zu konzentrieren und ruhig durchzuatmen.

Gute Vorsätze funktionieren nicht.
Quod erat demonstrandum.





24. Februar 2014

Soziales Schwimmen





"Bring dein Schwimmzeug mit, vielleicht will Papa mit dir ins Bad."
Ich bin ein Papakind. Und wenn ich meine Eltern besuche und mein Papa schwimmen gehen will, dann gehe ich mit. Ins Bad.

Das Bad ist ein Thermalschwimmbad in einem Kurort am Rande des Münsterlandes. Das Wasser ist warm und mit Sole angereichert. Unterbrochen von ein paarminütigen Ener- giepausen gibt es Wasserschwälle, die man sich auf den Nacken prasseln lassen kann und unter Wasser ein paar Düsen, die einem den Rücken oder die Beine massieren.

"Britta, komm´, wir gehen noch mal an die Düsen", sagt mein Vater und meint es ehrlich gut mit mir. Während mir ein Wasserfall auf den oberen Rücken platscht, erzählt er mir von der Düse gegenüber etwas. Ich verstehe kein Wort und das rufe ich ihm auch zu. "Papa, ich verstehe kein Wort, das Wasser ist so laut." Er schwimmt ein paar Meter zu einem Bekannten. Das Becken ist nämlich nicht nur mit Sole angereichert, sondern auch mit vielen Menschen, die regelmäßig zum Schwimmen kommen.

Während ich versuche ein paar Bahnen zu ziehen, zeigt mein Vater auf mich und erklärt: "Meine Tochter ist zu Besuch. Sie lebt in Düsseldorf und arbeitet im Reisebüro." Innerlich murmele ich "Ja, und sie hat BH Größe 85 C und trinkt gern mal ein Glas Rotwein zuviel." Aber selbst. verständlich schwimme ich zu dem Herrn mit der blau-weiß gestreiften Badekappe. "Kommen Sie hier rüber", sagt er freundlich. "Diese Düsen sind die besten. Sie sind ja nicht so oft hier." Er überlässt mir netterweise die beste Düse des Thermalbades und plaudert fröhlich.

"Das ist ja schön, dass ihr Vater wieder öfter schwimmen kommt. Das tut ja auch so gut. Für mich ist das wirklich die schönste Stunde des Tages." Ich bestätige den wertvollen Effekt des Schwimmens auf die Gesundheit meines Vaters und sage: "Wissen Sie, er ist ja nicht mehr so gut zu Fuß. Radfahren und Schwimmen klappt aber noch. Er hat ja COPD, die chronische Bronchitis". Die Gattin der blau-weiß gestreiften Badekappe lässt sich nebenan durchbrodeln und bemerkt, dass sei ja die Krankheit, die Roland Kaiser auch habe. "Ja stimmt", sagt Papa, "aber ich singe nicht so gut wie der." Er schwimmt weiter. Ich hinterher.

"Siehst du die beiden Frauen mit den grünen Badehauben im anderen Becken?" Ich nicke mein Kinn unter Wasser. "Die haben die Badehauben immer hoch geklappt, damit sie auch ja alles mitkriegen. Denen habe ich neulich zugerufen, dass sie in dieses Becken rüber-kommen sollen, weil hier mehr Evangelische baden. Ich kenne die nämlich aus der Kirche." Wir schwimmen weiter und überholen ein Grüppchen aus drei Damen bestehend. Die eine trägt keine Badekappe, es besteht - gottlob - keine Haubenpflicht, und hält ihren Kopf ganz steif über der Wasseroberfläche. "Letztes Mal war die Annette nicht da. Die kennt mein Haar ganz genau, die anderen schneiden nicht so gut wie die Annette, ihr könnt´s mir glauben."

Einmal noch an die Düse, einmal noch hin- und herschwimmen.Mein Vater berichtet, dass man über die Jahre viele Bekanntschaften im Bad geschlossen habe. "Sind auch schon viele gestorben." Dann berichtet er von Frau Heiermeier, einer Lehrerin aus Rheda-Wieden- brück. Er dachte, sie sei tot. Der Fritz aus Gütersloh habe dann auf jemanden gezeigt und gesagt "Da schwimmtse doch." Und Papa: "Aber die hatte doch 16 Jahre lang immer dieselbe gelbe Badehaube auf. Dann hat sie sich wohl eine neue gekauft."

Der Herr mit der blau-weißen Badekappe ruft ein letztes Mal rüber: "Möchten Sie nochmal an die Düse?" Ich rufe zurück, dass ich raus muss aus dem Wasser. Meine Badezeit ist abgelaufen.

Frau Fritze, das Schwimmen und die Liebe


Manchmal frage ich mich, warum ich mich für den Beruf der Reiseverkehrskauffrau entschieden habe. In meiner Bewerbung, die ich 1990 verschickt hatte, schrieb ich: „Ich mag den Umgang mit Menschen“. Damals war ich 22 Jahre alt und der Umgang mit Menschen war bisher meistens angenehm gewesen. Nun gehe ich mein halbes Leben einer beruflichen Tätigkeit nach, in der ich täglich Kontakt mit Menschen habe. Menschen sind sehr unterschiedlich. Es gibt nette Menschen, dankbare und herzliche Menschen. Es gibt Menschen, die alles besser wissen, es gibt Menschen, die alles, wirklich alles wissen wollen („Wie hoch sind die Wellen in Südthailand? Meine Frau ist Brillenträgerin.“ – „Gibt es Pastinake von Alete in der Hotelanlage auf Kos? Mein Kind isst nur Pastinake.“) Es gibt Menschen, die behandeln Dienstleister und Verkäufer grundsätzlich von oben herab. Und zum Glück gibt es Menschen wie Frau Fritze.

Frau Fritze hat schon mehrfach ihren Urlaub in unserem Reisebüro gebucht. Heute sitzt sie das erste Mal bei mir. Sie hört ein bisschen schlecht. Ich jedoch könnte ihr stundenlang zuhören, sie ist einfach reizend. Frau Fritze erzählt, dass sie sich für eine Woche mit einer Freundin aus München auf Mallorca treffen möchte. „Wir gehen dort zum Schwimmfest nach Palma, wissen sie, wir machen Seniorenschwimmen.“ Das finde ich bemerkenswert und frage, welche Schwimmart sie bevorzugt. Brust und Kraul. Rücken ginge eventuell auch noch. Nur zum Schmetterling hätte ihr immer die Kraft gefehlt. Und sie bevorzugt Kurzstrecken, weil sie ab 100 Meter Probleme mit der Luft bekommt. „Ich habe COPD.“ Gutes Thema, an dieser Lungenkrankheit leidet mein Vater auch, zur Zeit besonders schlimm, deshalb liegt er im Krankenhaus. 


„Bei Überanstrengung wird es viel schlimmer.“ Wir unterhalten uns, während ich für sie die angenehmsten Flugzeiten und Preise checke. „Bitte nicht Abflug mitten in der Nacht, in meinem Alter muss ich mir das nicht mehr antun.“ Frau Fritze ist 90. Ich bin noch beeindruckter und frage, ob es noch viele Damen in ihrer Altersklasse gibt. Es seien nicht mehr allzu viele, aber es gäbe ein paar, die noch schneller wären als sie. Die Russin zum Beispiel, gegen die sie bei den Masters in Jalta angetreten sei. Da war sie aber vor den Wettbewerben am Flughafen gestürzt.

„Ich nehme immer ein Doppelzimmer zur Alleinbenutzung. Mein Lebensgefährte ist ja leider vor ein paar Jahren verstorben. Ich war seine Jugendliebe und wir haben uns durch das Schwimmen wiedergetroffen.“ Jetzt will ich alles wissen. So viel Zeit muss sein. Frau Fritze erzählt, dass sie mit 18 Jahren im Schwimmverein Magdeburg einen schüchternen Verehrer hatte. Mit den Verabredungen hatte es irgendwie nicht geklappt und dann sei der junge Mann in den Krieg eingezogen worden. Während des Krieges hat Frau Fritze dann einen anderen Mann kennengelernt und ihn geheiratet, auch einen Schwimmer, mit dem sie nach den ersten Schwimm-Meisterschaften nach dem Krieg in den Westen gegangen sei. Dieser Mann verstarb schon in den 70er Jahren. Anfang der 90er Jahre begegnete Ingeborg Fritze ihrem Gerhard und traf ihn immer wieder bei Schwimmveranstaltungen. Nachdem dieser verwitwet war, bat er Ingeborg zu einer Verabredung zum Kaffee. Danach war klar, dass die Gefühle auch nach 50 Jahren noch bestanden. „Als er mich seinem Sohn vorgestellt hat, sagte er, dass ich seine große Jugendliebe sei.“ 1997 zogen beide zusammen, da war Frau Fritze schon 75 Jahre alt. Sie nahm mit ihrem Lebensgefährten an allen Deutschen, Europa- und Weltmeisterschaften der Masters teil. „Er ist 2002 leider gestorben. Im Wasser.“

Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Mir fällt nur ein, dass sie und ihr Partner wenigstens ein paar schöne gemeinsame Jahre hatten. Frau Fritze darf gar nicht daran denken, was hätte passieren können, wenn der blöde Krieg nicht dazwischen gekommen wäre. Frau Fritze bucht und bedankt sich für die schöne Unterhaltung, die gute Beratung und geht.

Natürlich „google“ ich sie sofort und finde heraus, dass Ingeborg Fritze von 2001 bis 2011 allein fünf Weltrekorde erschwommen hat. Sie hat zehn Weltmeister- und 25 Europameister-Titel und an 48 Deutschen Meisterschaften teilgenommen. Hätte sie heute nicht bei mir gebucht, hätte ich das nie erfahren.

Als ich mich damals um den Ausbildungsplatz in einem Reisebüro beworben habe, war der Umgang mit Menschen mein Hauptbeweggrund. Dieser Umgang wird von Tag zu Tag anspruchsvoller. Danke, Frau Fritze, dass Sie heute da waren. Sie sind einer der Gründe, warum ich gern hier sitze.

23. Februar 2014

Sindse noch da?

Meine Tour de Kur war nach zehn Tagen – viel zu früh – zu Ende gegangen. Frische Luft, Berge, endlos weite Wiesen, Gebirgsflüsse, Radwege, Gipfel, eine herrliche Natur musste ich hinter mir lassen. Leider auch das Verwöhnprogramm des Gesundheitshotels Schüle, früher übrigens  als „Kneippkurhaus Christliches Hospiz“ bekannt. Gesund verpflegt und gepflegt werden, Menschen, die fragen, ob man sich wohlfühlt, Freizeit, die ich selbst gestalten konnte, das hatte einfach gut getan. Ich hoffte, dass ich von der Erholung möglichst lange Zuhause zehren und dass ich das Thema Bewegung in meinen Alltag einbauen können würde. Wassergymnastik hatte mir Spaß gemacht. Die moderne Form des Aqua-Power-Trainings würde ich demnächst versuchen.

Motiviert durchforstete ich das Internet nach Möglichkeiten im Wasser zu trainieren und stieß auf das Angebot der Münster-Therme, gleich bei mir um die Ecke. Diese kannte ich bisher nur von gelegentlichen Saunabesuchen und vom Schwimmen. Donnerstag wird vormittags Wassergymnastik angeboten, also bin ich hin. Nur nicht einknicken nach 10 Tagen Aktivität im Allgäu. Die erste Verwirrung  tauchte an der Kasse auf. „Es gibt keine freien Damenkabinen mehr“. Für mich war das kein Problem, es gab ja Sammelumkleiden. 

Die Schwimmhalle der Münster-Therme ist sehenswert, Elemente aus Gründerzeit und Jugendstil verleihen ihr historischen Charme. Heute war die Schwimmhalle vor allen Dingen hörenswert. Die zu 90 % aus agilen Senioren bestehenden Badegäste sorgten aufgrund ihrer Kommunikationslust für ordentlich Lärm, der durch die Halle schallte. Im Nichtschwimmerbecken versammelten sich mehr und mehr Damen und wenige Herren zur Wassergymnastik. „Ich habe heute eine neue Welle bekommen, deswegen die Haube“, erklärte eine Dame ihren Freundinnen. „Das neue Enkelchen schon da? Na, herzlichen Glückwunsch. Was isset denn jeworden?“ „Pflaumenkuchen gibbet bei dir? Hefe- oder Mürbeteig?“  Einige der Gymnastikteilnehmerinnen waren offenbar Stammgäste der Münster-Therme, eine rief mit strenger Stimme: „Die Gymnastik ist nur für die Leute mit den roten Bändchen“. Ich hatte einen Euro in das Bändchen an meinem Handgelenk investiert, durfte also im sehr vollen Nichtschwimmerbecken bleiben.

Die Therapeutin startete pünktlich die Musik und begann die Übungen am Beckenrand vorzuturnen. Trotz Kopfhörer mit Mikrofon konnte ich die junge Dame kaum verstehen. „Wir ziehen die Knie hoch, hoch, hoch, noch zehn, noch neun...Nee, meine Kinder kommen zum Grillen...noch sechs, noch fünf...Bauchspeck und Würstchen...noch zwei, noch eins. Und jetzt ziehen wir die Knie seitlich hoch, hoch, ...ja, mein drittes Enkelchen, ne Jong, Lukas...und wir gehen auf der Stelle und kreisen die ....brauchst nicht zu mähen, soll doch Gewitter geben...und jetzt vor, vor, vor, vor und zehn...nee, mit Streuseln, das mag mein Mann lieber...noch zwei, noch eins und Arme hängen lassen...Hedwig hat sich ene E-Bike jekauft, is mir zu teuer...und die Arme seitwärts strecken...“ 

Ich hatte schon vor Beginn der Gymnastikstunde geahnt, dass hier vor allem die Gesichts- und insbesondere die Kiefermuskulatur trainiert wurde. Unter Wasser wurde von den Damen rechts neben mir nicht geturnt, nur halbherzig auf der Stelle gehüpft, damit sie besser quatschen konnten. Ich kannte dieses Verhalten schon von den Schwimmausflügen mit meinem Vater im Sole-Bad von Bad Waldliesborn. Diese dienten ebenfalls mehr den Sozialkontakten als der körperlichen Ertüchtigung. Und diese Sozialkontakte hatten ihre Berechtigung, nach der Gymnastik wurde sich umarmt und freundlich ein schönes Wochenende gewünscht.

Ich ging nach draußen ins Soleaußenbecken, das wegen des schönen Wetters ziemlich überfüllt war. Auf den Sprudelsitzen war kein Platz mehr, also hockte ich mich einfach an den Beckenrand und wartete, dass die Sitze nach der Sprudelsession frei gemacht wurden. Eine Dame ließ sich mit geschlossenen Augen auf dem Sole-Wasser treiben. Eine andere Badende unterbrach ihr Gespräch mit ihren Schwimmfreundinnen und tippte die Treibende an. „Sindse noch da?“ Diese schrak aus ihrer Entspannung hoch. „Ja, warum?“ – „Tja, vor ein paar Monaten trieb auch eine Frau im Wasser, da drüben (sie zeigte in meine Richtung), die lebte nicht mehr. Seitdem tippe ich immer alle an, die länger auf dem Wasser liegen, und frage, ob sie noch da sind. Vorsichtshalber.“ 

Ich ergatterte einen freien Platz auf einer Sprudelliege und ließ mich vom Wasser massieren. Wunderbar. Düstere Gedanken wurden weggeblubbert. Ich fragte mich auch nur für einen klitzekleinen Moment, wie häufig wohl das Wasser im Soleaußenbecken ausgetauscht wird.

:-)
Münster-Therme, Münsterstraße 13, 40477 Düsseldorf
DI 06:30 - 21:00, MI 06:30 - 22:00, DO 06:30 - 21:00, FR 06:30 - 22:00 SA 08:00 - 17:00, SO 08:00 - 17:00
Wassergymnastik DI + DO 11:00 - 11:30 Uhr, FR 18:00 - 18:30